Naturparks in Südtirol
Sieben Naturparks und der Nationalpark Stilfser Joch schützen rund ein Viertel der Fläche Südtirols – vom Mischwald am Trudner Horn bis zum Gletschereis am Ortler. Hier findest du alle Parks mit ihren Hotspots auf einer Karte, die Zufahrtsregeln der Saison 2026 und die schönsten Touren rund um die Seiser Alm.
Oft gesucht:
Karte aller Natur- und Nationalparks
Die Farbe eines Punkts steht für den Park, die Form für die Art des Ortes. Tippe auf einen Punkt oder einen Eintrag in der Liste – du bekommst eine kurze Beschreibung, passende Tourenberichte auf bergportal.com und einen Link zur Routenplanung.
Die Punkte zeigen die Lage einzelner Hotspots, nicht die genauen Schutzgebietsgrenzen. Manche Ziele wie die Seiser Alm, der Völser Weiher oder der Antholzer See liegen am Rand oder knapp außerhalb eines Parks – als Ausgangspunkte gehören sie trotzdem dazu.
Alle Natur- und Nationalparks im Überblick
Jeder der sieben Naturparks hat ein eigenes Naturparkhaus mit Ausstellung, meist in einem Talort am Rand des Schutzgebiets; geöffnet sind die Häuser in der Regel von Frühling bis Herbst. Vier Parks – Schlern-Rosengarten, Puez-Geisler, Fanes-Sennes-Prags und Drei Zinnen – gehören zum UNESCO-Welterbe Dolomiten, das seit 2009 besteht. Der Nationalpark Stilfser Joch reicht über drei Regionen; die Angaben unten beziehen sich auf den Südtiroler Anteil.
Naturpark Schlern-Rosengarten
Gegründet 1974, ca. 7.300 ha, Gemeinden Kastelruth, Völs am Schlern und Tiers. Naturparkhaus in der Tschaminschwaige bei Weißlahnbad (Tiers).
Der älteste Naturpark des Landes umfasst das Schlernmassiv mit Santner- und Euringerspitze, die Rosszähne und den Nordteil des Rosengartens. Die Seiser Alm selbst gehört nicht dazu, grenzt aber direkt an – deshalb starten die meisten Touren auf den Schlern in Compatsch, in Seis oder beim Bad Ratzes. Das Tschamintal bei Tiers ist der ruhige Gegenpol: ein Tal mit Latschen, Geröllkaren und dem Naturparkhaus am Taleingang.
Hotspots:
Weiterlesen: Dolomiten-Touren auf bergportal.com, Skitour durch die Seiser Klamm auf den Schlern, Wanderungen rund um die Seiser Alm
Naturpark Texelgruppe
Gegründet 1976, ca. 33.400 ha – der größte Naturpark Südtirols. Zwischen Meran, Schnalstal und Passeier; Naturparkhaus in Naturns.
Der Park reicht von den Obstwiesen bei Meran bis in die vergletscherten Dreitausender der Ötztaler Alpen. Rund um die Gruppe führt der Meraner Höhenweg, eine mehrtägige Runde mit Hütten und Bergbauernhöfen. Das bekannteste Hochziel sind die Spronser Seen oberhalb von Dorf Tirol; unten im Tal lockt der Partschinser Wasserfall, der nach der Schneeschmelze am meisten Wasser führt.
Hotspots:
Weiterlesen: Touren in der Texelgruppe, Ötztaler Alpen auf bergportal.com
Naturpark Puez-Geisler
Gegründet 1978, ca. 10.700 ha, zwischen Gröden, Villnöß und dem Gadertal. Naturparkhaus in St. Magdalena (Villnöß). UNESCO-Welterbe.
Hier stehen die Geislerspitzen mit dem Sass Rigais (3.025 m) und die weite Puez-Hochfläche, deren Gesteinsschichten wie ein aufgeschlagenes Geologiebuch wirken. Unter den Geisler-Nordwänden verläuft der Adolf-Munkel-Weg, von der Seceda über St. Ulrich blickt man auf die Zacken von Süden. Für den klassischen Fotopunkt auf der Seceda verlangen Grundeigentümer seit 2025 an einem Drehkreuz 5 €; 2026 kam eine zweite Zahlstelle dazu.
Hotspots:
Weiterlesen: Klettersteige in Südtirol, Winter-Umrundung Gröden–Seiser Alm über die Seceda
Naturpark Fanes-Sennes-Prags
Gegründet 1980, ca. 25.500 ha, zwischen Gadertal, Enneberg und Pragser Tal. Naturparkhaus in St. Vigil in Enneberg. UNESCO-Welterbe.
Der Park umfasst die Hochplateaus von Fanes und Sennes, den Seekofel, die Kreuzkofelgruppe und das Pragser Tal mit dem Pragser Wildsee, dem Startpunkt des Dolomiten-Höhenwegs 1. Die Fanes gilt als Schauplatz der ladinischen Sage vom Reich der Fanes. Wer Ruhe sucht, fährt statt zum Wildsee auf die Plätzwiese oder von St. Vigil nach Pederü und steigt zu den Almen von Fanes und Sennes auf.
Hotspots:
Weiterlesen: Touren in den Dolomiten, Skitouren in Südtirol, Zufahrtsregelung Prags
Naturpark Trudner Horn
Gegründet 1980, ca. 6.900 ha, im Unterland oberhalb von Neumarkt und Salurn rund um Truden und Altrei. Naturparkhaus in Truden.
Der südlichste und am tiefsten gelegene Naturpark ist ein Gegenentwurf zu den Dolomiten: sanfte Porphyrrücken, Lärchenwiesen und ausgedehnte Mischwälder. Weil der Park so niedrig liegt, lässt er sich schon im Frühling und noch spät im Herbst gut erwandern – ideal, wenn oben noch oder schon Schnee liegt. In Altrei wird der Altreier Kaffee aus Lupinen angebaut.
Hotspots:
Weiterlesen: Fleimstaler Alpen auf bergportal.com, Mountainbike-Touren
Naturpark Drei Zinnen
Gegründet 1981 als Naturpark Sextner Dolomiten, ca. 11.900 ha, Gemeinden Sexten, Toblach und Innichen. Naturparkhaus in Toblach. UNESCO-Welterbe.
Seit 2010 trägt der Park den Namen seines berühmtesten Motivs. Die Drei Zinnen stehen genau auf der Grenze zu Venetien; die Südtiroler Zustiege führen durch das Fischleintal und das Innerfeldtal. Im Ersten Weltkrieg verlief hier die Front – Stellungen, Stollen und alte Kriegssteige sind bis heute zu sehen.
Hotspots:
Weiterlesen: Klettersteige, Alpinklettern in Südtirol, Shuttle 444 reservieren
Naturpark Rieserferner-Ahrn
Gegründet 1988, ca. 31.500 ha, zwischen Antholzer Tal, Tauferer Ahrntal und Prettau. Naturparkhaus in Sand in Taufers.
Im Nordosten Südtirols rahmen die Rieserferner-Gruppe mit dem Hochgall (3.436 m) und die Berge des hinteren Ahrntals den Park ein – Gletscher, helles Tonalitgestein und Zirbenwälder. Im Norden grenzt er an den österreichischen Nationalpark Hohe Tauern. Leicht erreichbar sind die Reinbachwasserfälle bei Sand in Taufers, der Antholzer See und das Bergsteigerdorf Rein in Taufers.
Hotspots:
Weiterlesen: Touren in der Rieserferner-Gruppe, Venediger-Gruppe, Hochtouren in Südtirol
Nationalpark Stilfser Joch
Gegründet 1935, in Südtirol ca. 53.000 ha (gesamt rund 130.000 ha in Lombardei, Trentino und Südtirol). Vier Nationalparkhäuser in Prad, Trafoi, Martell und St. Gertraud im Ultental.
Der einzige Nationalpark Südtirols gehört zu den ältesten Schutzgebieten der Alpen. Der Südtiroler Teil umfasst den Ortler (3.905 m), den höchsten Berg des Landes, das Sulden-, Trafoier- und Martelltal sowie das hintere Ultental mit seinen uralten Lärchen. Die Nationalparkhäuser aquaprad, naturatrafoi, culturamartell und lahnersäge erklären Gewässer, Tierwelt, Bergbauernkultur und Wald.
Hotspots:
Weiterlesen: Touren in den Ortler-Alpen, Sesvenna-Gruppe im oberen Vinschgau, Skitouren
Nachbarn jenseits der Grenze
Direkt an den Naturpark Rieserferner-Ahrn schließt im Norden der an, der größte Nationalpark der Alpen. Der im Engadin, 1914 gegründet und damit der älteste der Alpen, liegt vom oberen Vinschgau über den Ofenpass nur eine knappe Autostunde entfernt. Beide sind auf der Karte grau markiert.
Anreise und Parken
Fast alle Parks erreichst du über die Brennerautobahn A22 und die großen Talstraßen im Pustertal und im Vinschgau. An den bekanntesten Hotspots ist die Zufahrt inzwischen streng geregelt: Wer zur falschen Zeit ohne Reservierung kommt, wird am Kontrollpunkt zurückgeschickt. Plane deshalb den Tag vom Parkplatz aus – oder lass das Auto gleich stehen und nimm Bahn, Bus oder Seilbahn.
Seiser Alm 2026: Die Straße von Seis nach Compatsch ist täglich von 9 bis 17 Uhr bergwärts für den privaten Verkehr gesperrt, talwärts darfst du jederzeit fahren. Seit dem 29. Juni 2026 brauchst du zusätzlich eine Online-Reservierung für die Parkplätze P1 Spitzbühl (15 € pro Tag) oder P2 Compatsch (30 € pro Tag), buchbar frühestens sechs Tage im Voraus. Die Buchung gilt am Checkpoint St. Valentin als Zufahrtsberechtigung – vor 9 Uhr musst du trotzdem durch sein. Zwischen 23 und 5 Uhr gilt auf der Alm Parkverbot.
Die entspanntere Lösung: am großen Gratisparkplatz an der Talstation in Seis parken (dort gibt es auch eine kostenpflichtige Tiefgarage) und mit der Seiser Alm Bahn hinauffahren. Alle Details zum Parkplatz findest du im Beitrag Seiser Alm Bahn und Parkplatz auf bergportal.com, die Buchung auf der offiziellen Parkplatzseite der Seiser Alm.
| Ziel | Zufahrt und Regelung | Parken | Ohne eigenes Auto |
|---|---|---|---|
| Seiser Alm | Seis–Compatsch 9–17 Uhr bergwärts gesperrt; P1 und P2 nur mit Online-Reservierung | Talstation Seis gratis oder Tiefgarage; P1 Spitzbühl 15 €, P2 Compatsch 30 € pro Tag | Seiser Alm Bahn ab Seis, Seilbahn ab St. Ulrich, Seiser Alm Express (Linie 10) |
| Pragser Wildsee | 1. Juli bis 15. September, 9–16 Uhr nur mit Online-Reservierung oder Durchfahrtsgenehmigung | Gebührenpflichtige Parkplätze P1–P4, P4 direkt am See | Bus 442 aus dem Pustertal; der See selbst kostet keinen Eintritt |
| Drei Zinnen | Mautstraße Misurina–Auronzohütte nur mit Online-Reservierung; Pkw 40 €, gültig 12 Stunden | Parkplatz an der Auronzohütte im Preis enthalten | Shuttle 444 ab Toblach (31.5.–11.10.2026), ebenfalls reservierungspflichtig |
| Seceda | Seilbahn ab St. Ulrich in Gröden | Parkmöglichkeiten im Ort | Private Durchgangsgebühr von 5 € am Drehkreuz zum bekannten Fotopunkt |
| Erdpyramiden Ritten | Freie Zufahrt, kein Eintritt | Parkplätze in Lengmoos, Oberbozen und Unterinn | Rittner Seilbahn ab Bozen (ca. 12 Min.) und Rittner Bahn |
| Stilfser Joch | Passstraße nur im Sommerhalbjahr geöffnet, 48 Kehren ab Prad | Parkplätze auf der Passhöhe | Vinschgerbahn bis Mals bzw. Spondinig, weiter mit dem Bus |
| Staller Sattel | Einspurige Grenzstraße nach Osttirol mit zeitlich geregeltem Wechselverkehr, im Winter gesperrt | Am Antholzer See (gebührenpflichtig) | Bus durch das Antholzer Tal |
Quellen: Tourismusverbände Seiser Alm und Prags, Gemeinde Auronzo, Shuttle Drei Zinnen. Regeln und Preise werden jedes Jahr neu festgelegt – prüfe sie vor der Fahrt, etwa bei pragsparking.com oder drei-zinnen.bz.
Mit dem Auto zu den einzelnen Parks
- Schlern-Rosengarten und Seiser Alm
- A22 bis Ausfahrt Klausen, dann über Waidbruck nach Kastelruth und Seis. Von Süden über Blumau und Völs am Schlern. Ins Tierser Tal und zum Naturparkhaus geht es ebenfalls ab Blumau.
- Texelgruppe
- Über die Schnellstraße MeBo nach Meran, weiter nach Partschins, Naturns oder Dorf Tirol. Pfelders erreichst du durch das Passeiertal, das Pfossental über das Schnalstal.
- Puez-Geisler
- Für Gröden und das Villnößtal die A22-Ausfahrt Klausen. Das Gadertal und das Grödner Joch erreichst du auch aus dem Pustertal über St. Lorenzen.
- Fanes-Sennes-Prags
- Durch das Pustertal, ins Pragser Tal über Welsberg oder Niederdorf. Nach St. Vigil in Enneberg und weiter zum Straßenende in Pederü über St. Lorenzen.
- Drei Zinnen
- Durch das Pustertal nach Toblach, Innichen oder Sexten. Aus Osttirol über Lienz direkt ins obere Pustertal. Die Mautstraße zur Auronzohütte beginnt am Misurinasee in Venetien.
- Rieserferner-Ahrn
- Von Bruneck nach Sand in Taufers und ins Ahrntal, nach Antholz über Rasen. Aus Osttirol im Sommer über den Staller Sattel.
- Trudner Horn
- A22 bis Ausfahrt Auer/Neumarkt, dann über Montan hinauf nach Truden und Altrei.
- Nationalpark Stilfser Joch
- Über Meran in den Vinschgau; nach Sulden und Trafoi ab Spondinig bzw. Prad, ins Martelltal bei Latsch, ins Ultental ab Lana. Aus der Schweiz über Reschenpass oder Umbrail, aus der Lombardei über Bormio und das Stilfser Joch.
Öffentliche Verkehrsmittel
Ohne Auto ist Südtirol erstaunlich gut erschlossen: Züge fahren in die Haupttäler, Linienbusse in fast jedes Dorf und im Sommer Shuttlebusse bis zu den Ausgangspunkten. Viele Unterkünfte geben ihren Gästen den Südtirol Guest Pass mit, der in den öffentlichen Linienbussen als Fahrschein gilt – aber nicht in allen Shuttles. Fahrpläne findest du bei Südtirolmobil.
Mit der Bahn nach Südtirol
Aus München fahren tagsüber etwa alle zwei Stunden EuroCity-Züge über Innsbruck und den Brenner nach Brixen und Bozen. Aus Wien geht es über Villach nach Lienz und von dort mit Regionalzügen ins Pustertal – praktisch für die Drei Zinnen, Prags und das Ahrntal. Von Süden erreichst du Bozen über Verona. Innerhalb Südtirols verbinden die Pustertalbahn und die Vinschgerbahn die Talorte mit den Parks.
Zur Seiser Alm und in den Naturpark Schlern-Rosengarten
Linienbusse bringen dich ins Schlerngebiet, etwa die Linie 170 von Bozen und Brixen nach Kastelruth und die Linie 172 von St. Ulrich über Kastelruth nach Seis zur Talstation. Die Seiser Alm Bahn fährt 2026 vom 22. Mai bis 2. November von 8 bis 18 Uhr, zwischen 7. Juni und 6. September bis 19 Uhr; die Fahrt nach Compatsch dauert rund 15 Minuten. Hunde brauchen in der Bahn Leine, Maulkorb und ein eigenes Ticket, auch die Mitnahme von Fahrrädern kostet extra.
- Seiser Alm Express, Linie 10
- Seis – Kastelruth – Compatsch, 14. Juni bis 16. Oktober 2026.
- Almbus, Linie 11
- Compatsch – Saltria, 14. Juni bis 16. Oktober 2026. Ab dem 17. Oktober verkehren Linie 10 und 11 als gemeinsame Verbindung bis 2. November.
- Shuttle 13
- Völs am Schlern – Völser Weiher, 22. Mai bis 11. Oktober 2026.
- Shuttle 14
- Compatsch – Spitzbühl, 25. Juli bis 6. September 2026; ein Kleinbus mit acht Plätzen.
- Linie 179
- Seis – Kastelruth – Compatsch – Saltria nur in der Zwischensaison, wenn die Seiser Alm Bahn geschlossen ist.
Wichtig: Der Guest Pass gilt in den Linienbussen 170, 172, 176, 177, 179 und 185, in den Shuttles und im Almbus dagegen nicht – dort brauchst du eigene Tickets. Alle Fahrpläne gibt es bei Silbernagl und auf der Seite Busse und Taxis der Seiser Alm.
Pustertal, Prags und Drei Zinnen
Zum Pragser Wildsee fährt der Bus 442 ab dem Pustertal – während der Verkehrsregelung im Sommer die stressfreieste Anreise. Zur Auronzohütte an den Drei Zinnen pendelt vom 31. Mai bis 11. Oktober 2026 der Shuttle 444 ab dem Bahnhof Toblach. Hin- und Rückfahrt musst du online reservieren und bezahlen; der Guest Pass und andere Mobilkarten gelten hier nicht, Fahrräder werden nicht mitgenommen. Restplätze gibt es, falls verfügbar, am Bahnhof Toblach. Über die Dolomitenpässe fahren im Sommer die Linien 472 und 473 zwischen Gröden und dem Gadertal.
Ritten und Erdpyramiden
Die Rittner Seilbahn schwebt vom Bozner Bahnhofsviertel in etwa 12 Minuten nach Oberbozen, von dort fährt die historische Rittner Bahn nach Klobenstein. So kombinierst du die Erdpyramiden in Oberbozen und die Erdpyramiden in Lengmoos an einem Tag ganz ohne Auto. Alle Zugänge zeigt der Lageplan der Rittner Erdpyramiden.
Vinschgau und Nationalpark Stilfser Joch
Die Vinschgerbahn fährt von Meran bis Mals; in Spondinig, Latsch und anderen Bahnhöfen hast du Anschluss an die Busse nach Sulden, Trafoi und ins Martelltal. Ins Ultental kommst du mit dem Bus ab Lana bzw. Meran.
Wanderrouten und Ausflüge auf der Seiser Alm und Umgebung
Die Seiser Alm ist mit gut 50 Quadratkilometern die größte Hochalm Europas und das Sprungbrett in den Naturpark Schlern-Rosengarten. Die sanften Almwege eignen sich für Familien, die Übergänge über die Rosszähne und auf den Schlern verlangen Kondition und Trittsicherheit. Die rot-weiß-roten Schilder zeigen die Wegnummern, wie du sie vor Ort an Felsen und Pfosten findest. Der Farbpunkt steht für die Schwierigkeit: blau leicht, rot mittel, schwarz schwer.
Große Schlern-Runde über Rosszahnscharte und Tierser Alpl
Die Königstour der Seiser Alm. Von Compatsch auf Weg 7 über die Almwiesen, dann auf Weg 2 in Serpentinen hinauf zur Rosszahnscharte und kurz hinunter zum Tierser Alpl. Weiter auf Weg 4 durch felsiges, teils ausgesetztes Gelände unterhalb der Roterdspitze zum Schlernhaus – der Gipfel Petz (2.563 m) ist ein kurzer Abstecher. Der Abstieg führt über den Touristensteig (Weg 1) und Weg 10 zur Santner Alm und zurück nach Compatsch. Wer es gemütlicher mag, übernachtet im Tierser Alpl oder im Schlernhaus und teilt die Runde auf zwei Tage.
Compatsch – Rosszahnscharte – Tierser Alpl
Über die Wiesen Richtung Panorama-Lift, dann auf Weg 2 zu den Rosszähnen und im steilen Geröllsteig hinauf in die Scharte auf rund 2.500 m. Erst oben siehst du das rote Dach des Tierser Alpl, das mit dem Südtiroler Architekturpreis ausgezeichnet wurde. Etwas sanfter, aber länger ist der Weg über die Mahlknechthütte; für diese Variante rechnet man rund 2½ Stunden bis zur Hütte.
Von der Seiser Alm über den Molignonpass ins Tschamintal
Eine Durchquerung des Naturparks, die ohne Auto am besten funktioniert: mit der Seiser Alm Bahn hinauf, über die Rosszahnscharte zum Tierser Alpl, auf Weg 3A über den Molignonpass hinab zur Grasleitenhütte und durch das Tschamintal hinaus bis zum Naturparkhaus in der Tschaminschwaige. Von St. Zyprian bringt dich der Bus zurück. Lang, steil im Abstieg und nur bei sicherem Wetter.
Panorama-Rundweg über die Seiser Alm
Eine große Almrunde ohne schwierige Stellen, aber mit ordentlich Kilometern. Unterwegs liegen zahlreiche Hütten, der Blick wandert von Langkofel und Plattkofel über die Rosszähne zum Schlern. Mit Einkehr wird daraus eine Ganztagestour – im Juni und Juli, wenn die Almwiesen blühen, ist sie am schönsten.
Puflatsch-Runde mit den Hexenbänken
Mit dem Telemix Puflatsch sparst du dir den Aufstieg und spazierst über das weite Plateau zu den Hexenbänken, dunklen Felsbänken aus Vulkangestein, um die sich viele Sagen ranken. Vom Rand des Puflatsch blickst du tief ins Grödner Tal. Eine der schönsten leichten Touren der Alm, auch mit Kindern.
Von Saltria zur Plattkofelhütte
Mit dem Almbus nach Saltria und auf breiten Wegen hinauf zur Plattkofelhütte (2.297 m) am Fuß des Plattkofels. Der Aufstieg ist einfach und entsprechend beliebt – oben wartet ein weiter Blick bis zur Marmolata. Hier endet auch der Friedrich-August-Weg vom Sellajoch, und von hier aus lässt sich die Langkofelgruppe umrunden.
Seis – Hauensteiner Wald – Burgruine Hauenstein
Ein schattiger Waldspaziergang unter der Santnerspitze zur Ruine, in der einst der Minnesänger Oswald von Wolkenstein lebte. Ideal für Tage, an denen oben Wolken hängen, und gut mit einem Besuch in Kastelruth zu verbinden.
Völser Weiher und Tuffalm
Rund um den Waldsee am Fuß des Schlern und weiter hinauf zur Tuffalm – kurz, schattig, mit Einkehr. Im Völser Weiher darf gebadet werden, an heißen Tagen die perfekte Ergänzung zu einer Almwanderung.
Ausflug zu den Erdpyramiden am Ritten
Rund 45 Autominuten von Kastelruth stehen die höchsten Erdpyramiden Europas. In Lengmoos führt der flache Erdpyramidenweg Nr. 24 in etwa 20 Minuten zur Aussichtsplattform – barrierefrei, mit Kinderwagen und Rollstuhl machbar, ohne Eintritt. Wer mehr will, geht weiter nach Unterinn (Wege 24 und 21A) oder nimmt die große Runde über den Keschtnweg.
Alle Infos zu LengmoosVon Lengmoos nach UnterinnGroße Runde um die Erdpyramiden
Drei-Zinnen-Umrundung
Technisch einfach, landschaftlich eine der großen Runden der Alpen: ab der Auronzohütte auf Weg 101 zur Dreizinnenhütte mit dem Logenblick auf die Nordwände, zurück über Weg 105. Anreise mit dem reservierungspflichtigen Shuttle 444 ab Toblach oder über die Mautstraße. Wer lieber zu Fuß aufsteigt, kommt aus dem Fischleintal auf Weg 102 in rund 3½ Stunden zur Dreizinnenhütte.
Rundweg um den Pragser Wildsee
Der Uferweg führt einmal um den See unter der Wand des Seekofels, auf der Rückseite mit ein paar Stufen. Für ruhige Bilder am frühen Morgen oder am Abend kommen – oder im Tal übernachten. Die Zufahrtsregelung im Sommer (9–16 Uhr nur mit Reservierung) steht oben unter Anreise.
Plätzwiese und Strudelkopf
Die ruhigere Alternative im selben Tal: von der Plätzwiese auf den Strudelkopf mit Blick auf Drei Zinnen, Hohe Gaisl und Seekofel. Familienfreundlich, mit Almhütten am Weg.
Partschinser Wasserfall
Am Rand der Texelgruppe stürzt der Zielbach in einem der eindrucksvollsten Wasserfälle des Landes zu Tal. Am meisten Wasser führt er im Frühsommer. Wer mehr Zeit hat, steigt weiter auf den Meraner Höhenweg.
Skitour durch die Seiser Klamm auf den Schlern
Nur bei sicheren Verhältnissen und guter Schneelage: von der Talstation Richtung Ruine Salegg, dann durch die steile Rinne der Seiser Klamm auf das Schlernplateau und kurz zum Gipfel. Vorher unbedingt den Lawinenlagebericht prüfen.
Tourenbericht Seiser KlammSeiser Klamm und SchlernLawinenlage Südtirol
Winter-Umrundung Gröden–Seiser Alm
Eine lange Skitour, die das ganze Skigebiet Gröden–Seiser Alm von Bergstation zu Bergstation umrundet – über Seceda, Puflatsch, Compatsch und die Zallinger Hütte. Ein Tag für sehr Ausdauernde.
Tourenbericht auf bergportal.comPisten-Skitouren in Südtirol
Kastelruther Spatzen Open Air
Zweimal im Jahr kommen die Kastelruther Spatzen nach Hause: im Juni zum Open Air in Seis am Schlern und im Oktober zum großen Spatzenfest in Kastelruth. Das Open Air findet traditionell auf dem Parkplatz der Seiser Alm Umlaufbahn statt – vor der Kulisse von Schlern und Santnerspitze, genau dort, wo du sonst für die Fahrt auf die Alm parkst.
Ablauf und Tickets
Das Open Air geht über zwei Tage mit Auftritten weiterer Volksmusik-Interpreten; das Konzert der Spatzen ist der Höhepunkt am Samstagabend. Die Veranstaltung findet bei jeder Witterung statt. Karten gibt es nur auf schriftliche Reservierung – der Vorverkauf für 2026 startete am 3. Februar um 9 Uhr. Stehplätze bekommst du ohne Reservierung vor Ort. Ansprechpartner ist der Veranstalter unter info@musicpromotion.it bzw. +39 0471 710 102, aktuelle Termine stehen auf kastelrutherspatzen.de.
Anreise zum Open Air
Ein kostenloser Busdienst verbindet das Festgelände mit dem Hotel Albion in St. Michael, Kastelruth, Seis am Schlern und Völs am Schlern; von Seis aus erreichst du den Platz auch zu Fuß. Direkt am Gelände gibt es Parkplätze, aber keine Stellplätze für Wohnmobile. Wer keinen Bustransfer an der Unterkunft hat, nimmt eines der Taxis an der Kabinenbahn, die man auch vorab reservieren kann. Mehr zum Parkplatz selbst steht im Beitrag Seiser Alm Bahn und Parkplatz.
Das Spatzenfest im Oktober
Drei Tage Festzelt mit Abend- und Nachmittagsvorstellungen, Frühschoppen und Live-Musik: 2026 feiert das Spatzenfest seine 40. Ausgabe. Nach dem Informationsblatt des Veranstalters kosten Abendvorstellungen je nach Block 65, 55 oder 40 €, Nachmittagsvorstellungen 55, 45 oder 30 €, jeweils zuzüglich 5 € Vorverkaufsgebühr; Kinder bis zehn Jahre haben freien Eintritt. Zeltplan, Terminfinder, Budgetrechner und Packliste findest du auf der Seite Das große Kastelruther Spatzenfest.
Festbesuch und Wandern verbinden
Weil das Open Air an der Talstation stattfindet, liegt die Kombination auf der Hand: tagsüber mit der Seiser Alm Bahn hinauf – im Juni fährt sie bis 19 Uhr –, eine leichte Runde über den gehen und abends zurück zum Konzert. Im Herbst passen zum Spatzenfest Törggelen und der Keschtnweg, der auch an den Rittner Erdpyramiden vorbeiführt. Unterkünfte im Schlerngebiet sind an beiden Terminen früh ausgebucht; Ausweichquartiere findest du im Eisacktal oder auf dem Rittner Hochplateau.
Sonstige Aktivitäten
Wandern ist nur der Anfang. Die Parks bieten Klettersteige, Hochtouren, Bike-Runden und im Winter Skitouren – dazu Kultur, Genuss und Ausflüge, die auch bei Regen funktionieren.
Klettersteige und Klettern
Rund um die Seiser Alm starten gleich mehrere Klassiker: der Oskar-Schuster-Klettersteig auf den Plattkofel vom Sellajoch sowie der Maximilian- und der Laurenzi-Klettersteig am Tierser Alpl. In der Geislergruppe führen zwei Steige auf den Sass Rigais. Einen Überblick über weitere Routen geben die Kategorien Klettersteige und Alpinklettern auf bergportal.com.
Hochtouren im Nationalpark und am Rieserferner
Der Ortler über die Payerhütte, die Gipfel rund um das Martelltal und der Hochgall in der Rieserferner-Gruppe sind Ziele für Erfahrene mit Gletscherausrüstung – oder mit einem Bergführer. Tourenberichte findest du unter Hochtouren, Ortler-Alpen und Zillertaler Alpen, etwa den Bericht über Schwarzenstein und Schwarzensteinhütte über dem Ahrntal.
Mountainbike und E-Bike
Die Langkofelgruppe lässt sich mit dem Bike umrunden, entweder über Saltnerschwaige, Duronpass und Plattkofelhütte oder in einer weiteren Variante über Sellapass und Durontal. Auf der Seiser Alm gibt es markierte Trails und Verleihstationen an der Talstation. Mehr Touren stehen in der Kategorie Mountainbike in Südtirol; im Trudner Horn lohnen sich die sanften Forstwege im Frühjahr und Herbst.
Skitouren und Winter
Im Winter werden Schlern, Seiser Alm und die Täler rund um die Parks zum Skitourengebiet. Einsteiger beginnen mit Pisten-Skitouren in Südtirol, Erfahrene finden in der Kategorie Skitouren Hunderte Berichte, etwa die Wilde Kreuzspitze von der Fanealm. Für ruhige Wintertage gibt es Schneeschuhwanderungen. Vor jeder Tour gehört der Blick auf die Lawinenlage in Südtirol dazu.
Mit Kindern unterwegs
Leichte Almwege auf der Seiser Alm, der Puflatsch, der Völser Weiher zum Baden und der barrierefreie Weg zu den Erdpyramiden in Lengmoos sind perfekt für Familien. Die Naturparkhäuser zeigen Tiere, Pflanzen und Geologie zum Anfassen. Tipps für die Kleinsten sammelt bergportal.com unter Tragetuch-Wandern.
Kultur, Tradition und Genuss
Kastelruth hat neben dem Spatzenfest das Museum der Kastelruther Spatzen und jedes Frühjahr den Oswald-von-Wolkenstein-Ritt, ein Reiterturnier in historischer Kulisse. Im Villnößtal steht das Kirchlein St. Johann in Ranui vor den Geislerspitzen, im Ultental wachsen die berühmten Urlärchen. Im Herbst lockt das Törggelen – am schönsten entlang des Keschtnwegs mit Einkehr in den Gasthäusern am Ritten.
Erdpyramiden: Naturwunder außerhalb der Parks
Die Rittner Erdpyramiden stehen in drei Gräben bei Lengmoos, Oberbozen und Unterinn. Die Lehmtürme aus eiszeitlichem Moränenmaterial tragen jeweils einen Deckstein als Schutz – fällt er herunter, zerfällt die Säule. Warum das so ist, erklärt der Beitrag Wenn die Natur Skulpturen erschafft. Besonders stimmungsvoll ist der Sonnenaufgang in Lengmoos; nach Starkregen können einzelne Wege gesperrt sein, wie der Bericht Wenn es regnet bei den Erdpyramiden zeigt. Weitere Vorkommen gibt es in Platten bei Percha, in Terenten und in Steinegg – ein Überblick über alle Erdpyramiden Südtirols.
Trailrunning, Gipfelbuch und Wildtiere
Wer lieber läuft als wandert, findet Strecken unter Trailrunning. Gipfel und Orte kannst du im digitalen Gipfelbuch eintragen und kommentieren – auch unterwegs mit der Gipfelbuch-App. Und wer wissen will, wo in Südtirol große Beutegreifer unterwegs sind, schaut auf die Raubtier-Karte Südtirol.
Unterwegs im Schutzgebiet
Naturparks sind keine Freizeitparks. Bleib auf den markierten Wegen – gerade auf Almwiesen richten Trampelpfade und Fotostopps abseits der Wege große Schäden an, wie der Streit um die Seceda zeigt. Hunde gehören auf Almen mit Weidevieh an die Leine, geschützte Pflanzen bleiben stehen, Müll nimmst du wieder mit. Wildcampen ist in den Schutzgebieten nicht erlaubt; übernachte in Hütten oder im Tal.
Starte früh, dann hast du die schönsten Orte und die freien Parkplätze für dich, und prüfe vor Touren im Hochgebirge Wetter und Verhältnisse. Im Notfall erreichst du die Bergrettung über die Notrufnummer 112.
Häufige Fragen
Wie viele Naturparks gibt es in Südtirol?
Sieben: Schlern-Rosengarten, Texelgruppe, Puez-Geisler, Fanes-Sennes-Prags, Trudner Horn, Drei Zinnen und Rieserferner-Ahrn. Dazu kommt der Südtiroler Teil des Nationalparks Stilfser Joch. Zusammen schützen sie rund ein Viertel der Landesfläche.
Welcher Naturpark ist der größte?
Die Texelgruppe mit rund 33.400 ha, knapp vor Rieserferner-Ahrn. Der Nationalpark Stilfser Joch ist mit etwa 53.000 ha allein in Südtirol noch größer, der kleinste Naturpark ist das Trudner Horn.
Darf ich mit dem Auto auf die Seiser Alm fahren?
Nur vor 9 und nach 17 Uhr, und seit dem 29. Juni 2026 nur mit einer Online-Reservierung für P1 Spitzbühl (15 €) oder P2 Compatsch (30 € pro Tag). Menschen mit European Disability Card dürfen jederzeit bis Compatsch fahren. Einfacher ist die Seiser Alm Bahn ab Seis, wo du kostenlos parkst.
Brauche ich eine Reservierung für den Pragser Wildsee?
Vom 1. Juli bis 15. September 2026 zwischen 9 und 16 Uhr ja – oder du kommst mit Bus 442, zu Fuß oder mit dem Rad. Außerhalb dieser Zeiten ist die Zufahrt frei, solange Parkplätze frei sind. Der See selbst kostet keinen Eintritt.
Wie komme ich ohne Auto zu den Drei Zinnen?
Mit dem Shuttle 444 ab dem Bahnhof Toblach bis zur Auronzohütte, 2026 vom 31. Mai bis 11. Oktober. Hin- und Rückfahrt müssen online reserviert und bezahlt werden; Guest Pass und Mobilkarten gelten nicht. Alternativ steigst du aus dem Fischleintal oder dem Innerfeldtal zu Fuß auf.
Wann ist das Kastelruther Spatzen Open Air?
Jedes Jahr Mitte Juni auf dem Parkplatz der Seiser Alm Umlaufbahn in Seis am Schlern – 2026 war es am 12. und 13. Juni. Das Spatzenfest im Festzelt Kastelruth folgt vom 9. bis 11. Oktober 2026. Karten werden nur schriftlich reserviert, Stehplätze gibt es vor Ort.
Kostet die Seceda Eintritt?
Die Seilbahn ab St. Ulrich ist kostenpflichtig, der Gipfelbereich an sich nicht. Wer aber zum bekannten Fotopunkt mit Blick auf die Geislerspitzen will, zahlt an einem der beiden privaten Drehkreuze 5 €.
Wann haben die Naturparkhäuser geöffnet?
In der Regel von Frühling bis Herbst. Die genauen Öffnungszeiten ändern sich jedes Jahr, deshalb lohnt ein Anruf oder ein Blick auf die Seite des jeweiligen Hauses.
Wo gibt es in Südtirol Erdpyramiden?
Die bekanntesten stehen am Ritten in Lengmoos, Oberbozen und Unterinn. Weitere Vorkommen gibt es in Platten bei Percha, in Terenten, in Steinegg sowie bei Jenesien, Mölten und Dorf Tirol. Wege, Parkplätze und die beste Tageszeit stehen auf erdpyramiden.it.
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Rittner Erdpyramiden
Stand: September 2026. Zufahrtsregeln, Preise, Fahrpläne und Veranstaltungstermine werden jährlich neu festgelegt – bitte vor dem Ausflug bei den verlinkten Stellen prüfen. Alle Angaben ohne Gewähr. Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende.