Brenner – Vals

Written by martele
Anfahrt und Startpunkt: Mit dem Zug auf den Brennerpaß
Höhenmeter im Aufstieg: insg. 5300m 
Mit dabei: Heike

Eine dreitägige Wandertour stand auf dem Programm. Am Sonntag stiegen wir in der Früh bei doch recht schönem Wetter in den Zug und als wir auf dem Brenner ausstiegen, mussten wir gleich die Regenjacke anziehen, die wir den ganzen Tag nicht mehr ausziehen sollten. Die Planung der  ersten Etappe war gut, die Umsetzung erwieß sich aufgrund der leider nicht aktualisierten Karte als schwierig. Als erstes mussten wir uns einen Weg auf die andere Seite der Zuggleise suchen. Als dies geschafft war, stiegen wir wild über den Wald zur Postalm auf, von der laut Karte ein markierter Steig zum Wolfendorn führen sollte, der jedoch überhaupt nicht markiert war. Er war aber trotzdem sichtbar, da es sich um eine alte Militärstraße handelt. Aufgrund des starken Nebels und da diese Straße teilweise zerstört war, war es aber nicht ganz einfach, den richtigen Weg zu finden.(Was wir nicht wussten: Vom Brennersee geht durchs Venntal ein super Steig hinauf zur Europahütte) Wir gingen weiter Richtung Wolfendorn (2776m), wobei wir uns den Gipfel schenkten, da wir sowieso nichts gesehen hätten. Weiter über den Grat gingen wir durch eine wunderschöne Landschaft (zumindest stellten wir sie uns so vor) bis zur Wildseespitze (2733m) und dann weiter zur Europahütte (2693m). Dort beendeten wir die erste Etappe und wir wurden überaus freundlich bewirtet und das Zimmer war sehr gemütlich (1700hm – 18km)

Am Montag in der Früh ließen wir es uns nicht nehmen noch auf den Kraxentrager zu steigen, das sich ein wunderschöner Tag ankündigte. Bei eisigen Temperaturen standen wir auf dem Gipfel und genossen die Aussicht auf die umliegenden Berge. Zurück bei der Hütte nahmen wir wieder unsere Rucksäcke und gingen weiter Richtung Pfitscher Joch, wobei wir aber nach ca. 1 Stunde den Weg zur Grieplalm und zur 4. Kehre der Pfitscher Joch Straße nahmen. Wir folgten der Straße und bei der 3. Kehre nahmen wir den Weg zur Hochfeilerhütte, der bekannt sein dürfte. Der Hochfeiler zeigte sich an diesem Tag, frisch eingeschneit, von seiner schönsten Seite und unser Herz sagte „hinauf“, doch unsere Füße und die Uhr sagten „nein“ und so begnügten wir uns mit der Sicht von unten. Auch auf der Hochfeilerhütte wurden wir sehr gut bewirtet und unterhielten uns prächtig. (1700hm – 23km)

 

Am Dienstag starteten wir unsere Schlußetappe mit einem Abstieg. Durch ein wunderschönes Tal, in dem der Gletscherschliff sehr gut erkennbar ist, stiegen wir hinunter zur Brücke, die uns auf die andere Seite des Bachs brachte und von dort ging es sehr steil und sehr einsam hinauf auf die Gliederscharte (2644m). Wir stiegen ab zum wunderschön gelegenen Grindlbergsee und weiter zum Weitenbergsee. Über den Pfunderer Höhenweg gingen wir weiter bis zur Steinkarscharte (2623m), wobei wir ein Stück des Weges barfuß zurücklegten, damit sich unsere Füße ein bißchen erholen konnten. Die nächste Station war die Brixner Hütte, wo wir uns nur kurz aufhielten. Bei der Labisebm Alm angelangt stärkten wir uns ein wenig und nahmen den letzten Aufstieg mit Schwung. Die Abendsonne genossen wir am Marblsee, bevor wir zur Aschila Alm abstiegen. (1500hm – 20km)

Am letzten Tag siegen wir gemeinsam zur Grantspitze auf und Heike machte sich über die Gansöralmen auf den Weg nach Mauls, wo sie mit dem Bus nach Sterzing zurückkehrte. (400hm+/1700hm-) An diesem Tag wurden wir beide noch einmal ordentlich nass.

Eine wunderschöne Tour durch einen wunderschönen Teil der Alpen, die sich noch beliebig erweitern, variieren oder verkürzen ließe.

 

 

Anmerkung zum Schluß: Auf dem Kraxentrager hat mir ein Windstoß meinen Hut auf die Südseite hinunter geweht. Ich habe ihn zwar gesucht, aber nicht mehr gefunden. Da ich mit diesem Hut besondere Erinnerungen verbinde, wäre mir sehr daran gelegen, ihn wiederzubekommen. Falls ihn zufällig jemand findet, bitte meldet Euch!

 

 

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