Barthlmäh Barthlmas Tag Almfest am Ritten


Bartlmäh am Ritten: Der Bartlmastag am 24. August

Almabtrieb, Viehmarkt und größtes Volksfest des Rittner Hochplateaus – Anfahrt, Wandertipps, Geschichte und Besonderheiten im Überblick.

Jedes Jahr am 24. August, dem Tag des heiligen Bartholomäus, verwandelt sich die Rittner Alm oberhalb von Klobenstein in den Mittelpunkt des Sonnenplateaus: Beim Bartlmastag (mundartlich auch „Bartlmäh“ oder „Barthlmastag“ genannt) treiben die Saltner das Almvieh zusammen, die Bauern begutachten ihre Tiere, und ein traditionsreiches Volksfest mit Musik, Krapfen und gebratenen Würsten schließt sich an. Fällt der 24. August auf einen Sonntag, wird der Vieheintrieb nach altem Brauch auf den Montag verschoben, da der Sonntag kein Markttag ist.

Anfahrt und Parken

Das Fest findet auf der Rittner Alm bei der Saltner Hütte und im Anschluss beim Wiesenfest in Pemmern statt – mitten im autofreien Almgebiet. Wer anreist, sollte sich frühzeitig für eine der folgenden Varianten entscheiden:

Mit dem Auto

  • Über die A22 Brennerautobahn, Ausfahrt Bozen Nord, weiter auf der Rittner Straße (LS 73/508) hinauf nach Klobenstein, dem Hauptort der Gemeinde Ritten.
  • Die Parkplätze direkt in Pemmern sind an Festtagen sehr begrenzt. Es wird ausdrücklich empfohlen, in der Ritten Arena in Klobenstein kostenlos zu parken und von dort mit dem Linienbus 166 oder mit kostenpflichtigen Shuttlebussen weiter nach Pemmern zu fahren.
  • Einen allgemeinen Überblick zu Zufahrten und Parkmöglichkeiten am Ritten und in der Dolomitenregion liefert der Beitrag Anreise in die Dolomiten & zum Ritten auf bergportal.com.

Ohne Auto: Seilbahn, Rittner Bahn und Bus

Deutlich entspannter reist man autofrei an. Die Kombination aus Seilbahn und historischer Schmalspurbahn ist ohnehin die klassische Art, das Rittner Hochplateau zu erreichen:

  • Rittner Seilbahn von Bozen (nahe dem Bahnhof) hinauf nach Oberbozen – Fahrzeit rund 12 Minuten, Gondeln im 4-Minuten-Takt.
  • Ab Oberbozen mit der nostalgischen Rittner Schmalspurbahn weiter nach Klobenstein, von dort per Bus 166 weiter nach Pemmern bzw. zur Rittner Alm.
  • Von Lengstein verkehrt zudem die Buslinie 165 nach Klobenstein.
  • Details zur Anreise über Seilbahn und Bahn – auch als Kombination mit einem Ausflug zu den Erdpyramiden – beschreibt die Rubrik „Anreise & Parken“ auf erdpyramiden.it.

Kurz zusammengefasst

Auto in Klobenstein (Ritten Arena, kostenlos) stehen lassen → Bus 166 oder Shuttle nach Pemmern → zu Fuß zur Rittner Alm. Wer ohnehin mit Bahn oder Seilbahn anreist, kommt am Festtag ganz ohne Parkplatzsuche aus.

Wanderungen zum Fest

Der Weg zur Rittner Alm ist Teil des Erlebnisses: Mehrere markierte Steige führen zur Saltner Hütte und zum Festplatz, teils auf den historischen Pfaden, auf denen einst die Hirten selbst unterwegs waren.

Der Hirtensteig ab Tann

Der beliebteste Zugang führt über den sogenannten Hirtensteig, einen früheren Zubringerweg für Rinder, Kälber und Pferde zur Rittner Alm. Ab der Bushaltestelle „Tann“ folgt man dem breiten Schotterweg Richtung Bad Süss, biegt bei der Saltnerhütte auf den Weg Nr. 9A ab und erreicht nach insgesamt rund 45–50 Gehminuten den Almbereich. Eine ausführliche Wegbeschreibung samt Hintergrundinfos zur Almwirtschaft bietet die Tour „Hirtensteig“ auf Bergwelten sowie die offizielle Themenseite Hirtensteig auf ritten.com.

Von Lengstein über den Wanderweg 1

Ab Lengstein (mit dem Bus 165 erreichbar) führt der Wanderweg Nr. 1 in etwa 65 Minuten nach Klobenstein/Tann, von dort auf dem Hirtensteig 1A in weiteren rund 45 Minuten zum Almfest.

Ab Pemmern zu Fuß auf die Alm

Wer den Bus bis Pemmern nimmt, kann von der Talstation der Rittnerhorn-Bergbahn aus in einer knappen halben Stunde bequem zur Rittner Alm hinaufwandern – ideal auch für Familien mit Kindern, da der Weg über offene Almwiesen führt.

Den Festtag mit einer Erdpyramiden-Wanderung verbinden

Da der Bartlmastag traditionell ein ganzer Feiertag am Ritten ist, bietet es sich an, Vormittag oder Vortag für einen Abstecher zu den weltberühmten Rittner Erdpyramiden zu nutzen. Empfehlenswert ist die knapp 20-minütige, barrierefreie Wanderung ab Lengmoos zur Aussichtsplattform im Finsterbachgraben – ausführlich beschrieben unter Erdpyramiden Lengmoos. Wer mehr Zeit hat, kombiniert mehrere Standorte auf dem Keschtnweg, der Lengmoos, Oberbozen und Unterinn verbindet; eine Rundtour dazu beschreibt auch bergportal.com zum Keschtnweg / zur Kastanienwanderung am Ritten. Einen kompletten Überblick über Wege, Gehzeiten und Parkplätze an allen drei Erdpyramiden-Standorten liefert der Lageplan auf erdpyramiden.it.

RouteStartGehzeit zur Alm
HirtensteigBushaltestelle Tannca. 45–50 Min.
Wanderweg 1 + Hirtensteig 1ALengsteinca. 110 Min.
Almweg ab PemmernTalstation Rittnerhorn-Bahnca. 25–30 Min.

Historische Entwicklung

Der Bartlmastag verdankt seinen Namen dem heiligen Bartholomäus, dem Schutzpatron der Hirten und Bauern, dessen Gedenktag am 24. August begangen wird. Aus dieser Verehrung entwickelte sich über Jahrhunderte die Tradition, mitten im Almsommer einen Viehmarkt abzuhalten: Die Bauern, die ihre Tiere den ganzen Sommer über nicht gesehen hatten, konnten sie an diesem Tag begutachten und gegebenenfalls neu verhandeln.

Sammelstelle war früher ein eingezäuntes Areal, der sogenannte „Stricker Pfarrer“, an dem sich einst der eigentliche Barthlmas-Markt abspielte. Vom klassischen Viehhandel ist heute nur noch wenig übrig – dafür ist das begleitende Almfest umso lebendiger geworden. Seit dem Jahr 1927 begleitet die Musikkapelle Wangen das Geschehen musikalisch, seit den 1960er-Jahren sorgt sie zusätzlich für Speis und Trank auf der Alm. Im Lauf der Jahrzehnte wuchs der Bartlmastag so vom bäuerlichen Marktbrauch zum größten Volksfest der Gemeinde Ritten, das weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist.

Zur Geschichte, den historischen Grenzverläufen der Almwirtschaft und der Bedeutung der Rittner Alm als eine der größten Gemeinschaftsalmen Europas (rund 370 Rittner Bauern bewirtschaften gemeinsam etwa 1.310 Hektar) informiert ausführlich der Themenweg, dokumentiert unter „Hirtensteig“ auf ritten.com. Auch geologisch ist das Rittner Hochplateau geprägt von der letzten Eiszeit – dieselben eiszeitlichen Ablagerungen, aus denen wenige Kilometer entfernt die berühmten Rittner Erdpyramiden entstanden sind, deren Entstehungsgeschichte über Jahrtausende auf erdpyramiden.it nachgezeichnet wird.

Besonderheiten

  • Der Vieheintrieb um 12 Uhr: Höhepunkt des Tages ist der Einzug des Almviehs auf die Rittner Alm, begleitet vom „Goaßelschnölln“ (Peitschenknallen), den Rufen der Saltner, Kuhglocken und Wiehern – ein kurzes, aber besonders eindrucksvolles Schauspiel.
  • Ein inoffizieller Feiertag: Am Bartlmastag bleiben die meisten Betriebe am Ritten geschlossen; selbst viele Rittner, die auswärts arbeiten, nehmen sich für diesen Tag frei.
  • Musik und Kulinarik: Ab etwa 10 Uhr spielt traditionell die Musikkapelle Wangen auf der Alm, dazu gibt es Krapfen und gebratene Würste; teils treten auch Alphornbläser auf.
  • Zwei Festorte an einem Tag: Nach dem Almfest bei der Saltner Hütte zieht das Geschehen am Nachmittag hinunter nach Pemmern, wo aus dem Almfest ein Wiesenfest mit Live-Musik und eigenem Kinderprogramm wird – der Ausklang reicht bis in die Nacht.
  • Programm rund um den Festtag: Ergänzt wird der Hauptact durch Frühschoppen an mehreren Hütten (etwa Feltuner Hütte, Gasthaus Schwarzseespitze), eine heilige Messe in der Waldkapelle sowie ein Kinderprogramm am Nachmittag in Pemmern.
  • Kombination mit Naturerlebnis: Da das Rittner Hochplateau ohnehin für seine Erdpyramiden bekannt ist, lässt sich der Festtag ideal mit einem Abstecher zu den Aussichtsplattformen in Lengmoos, Oberbozen oder Unterinn verbinden.

Programm, Uhrzeiten und Wegsperrungen können sich kurzfristig ändern (z. B. bei Regen oder wenn der 24. August auf einen Sonntag fällt). Vor der Anfahrt lohnt sich daher ein Blick auf die aktuellen Hinweise unter ritten.com.




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