Dolomiten in Südtirol


Dolomiten in Südtirol und Trentino

Bleiche Berge aus fossilem Riffkalk, seit 2009 UNESCO-Welterbe. Hier findest du die Anreise zu den bekanntesten Punkten, eine Karte mit 24 Hotspots, die wichtigsten Verhaltensregeln und die Erdgeschichte zum Durchklicken.

Anreise zu den Hotspots

Die Dolomiten liegen zwischen Brenner, Pustertal und Val di Fiemme. Von außen kommst du bequem bis ins Tal – die letzten Kilometer zu den Pässen und Almen entscheiden dann über Nerven, Zeit und Parkgebühr.

Es gibt keinen Dolomiten-Flughafen. Realistisch sind vier Airports, von denen aus du mit Zug oder Mietwagen weiterkommst.

Innsbruck (INN)
Kürzeste Fahrzeit ins Eisacktal: ab 1:15 h über den Brenner. Zugverbindung nach Bozen im Stundentakt.
Verona (VRN)
Beste Wahl fürs Trentino und die Brenta. Zug bis Trient in gut 1 Stunde, weiter mit der Fassatal-Buslinie.
Venedig (VCE/TSF)
Günstigste Tickets, aber 2:30–3 h bis Cortina oder ins Fassatal. Direkte Fernbusse in der Saison.
München (MUC)
Große Auswahl an Langstreckenflügen, 4 h Fahrt. Mit Mietwagen sinnvoll, per Bahn über Innsbruck und Franzensfeste.
Transfer vor Ort
Flughafen-Shuttles fahren saisonal nach Bozen, Brixen, Bruneck und Canazei. Vorab buchen, spontane Plätze sind im Juli und August selten.

Flugticket plus Mietwagen rechnet sich erst ab drei Personen. Eine Gegenüberstellung der Anreisevarianten findest du im Anreise-Vergleich auf bergportal.com.

Interaktive Karte der wichtigsten Hotspots

24 Punkte in Südtirol, im Trentino und im Belluno. Suche nach Name oder Region, filtere nach Art des Ziels und klicke einen Eintrag an – die Karte zoomt auf den Punkt und öffnet die Kurzinfo.

    Kartendaten: OpenStreetMap-Mitwirkende. Höhenangaben gerundet. Wanderzeiten sind Richtwerte für geübte Geher bei gutem Wetter.

    Benimmregeln für Touristen

    Die Dolomiten sind Welterbe, Weidefläche und Wohnort zugleich. Die folgenden zehn Punkte sind das, worüber sich Einheimische, Hüttenwirte und Bergretter am häufigsten ärgern.

    Auf dem Weg bleiben

    Abkürzungen zerstören die Grasnarbe, und auf steilen Hängen beginnt dort die Erosion. Auf der Seiser Alm und im Villnösstal sind die Wiesen zudem Privateigentum und werden gemäht.

    Weidezäune schließen

    Elektrozäune nur am isolierten Griff öffnen und sofort wieder schließen. Freilaufende Kühe auf der Straße sind für alle Beteiligten gefährlich.

    Abstand zu Kühen und Mutterkühen halten

    Mindestens 20 Meter, Hunde an die kurze Leine. Greift eine Kuh an, Hund ableinen: sie folgt dem Tier, nicht dir.

    Nichts mitnehmen, nichts hinterlassen

    Fossilien, Edelweiß und Steine bleiben liegen – Pflücken geschützter Pflanzen ist bußgeldbewehrt. Müll, auch Bananenschalen und Taschentücher, kommt wieder mit ins Tal.

    Keine Steinmännchen bauen

    Sie verwirren bei Nebel, weil sie mit echten Markierungen verwechselt werden, und zerstören Lebensräume unter den Steinen.

    Nur auf ausgewiesenen Plätzen übernachten

    Wildcampen und Biwakieren sind in Südtirol und im Trentino verboten, in den Naturparks wird kontrolliert. Ein Notbiwak bei Wettersturz bleibt erlaubt.

    Drohnen nur mit Genehmigung

    In Naturparks und über Menschenansammlungen ist der Start untersagt. Für gewerbliche Flüge braucht es eine ENAC-Registrierung.

    Hütte vorher reservieren

    Schutzhütten sind keine Restaurants mit Selbstverständlichkeit. Ohne Anruf gibt es im Sommer oft weder Lager noch Essen – und wer absagt, gibt Bescheid.

    Richtig parken

    Wiesen, Wendeplätze und Zufahrten müssen für Landwirtschaft und Rettung frei bleiben. Ist ein Parkplatz voll, ist das Ziel voll: Plan B nehmen.

    Grüßen, leise sein, Ruhezeiten achten

    Ein „Grüß Gott“ oder „Buongiorno“ gehört dazu. Bluetooth-Boxen und laute Gruppen vertreiben Wild und Gäste gleichermaßen; Murmeltiere warnen dann statt zu fressen.

    Vor der Tour: Wetterbericht, Sperrungen und die Notrufnummer 112 prüfen. Ausrüstungslisten und Tourenplanung findest du bei bergportal.com, die aktuelle Wetterlage beim Landeswetterdienst Südtirol.

    So sind die Dolomiten entstanden

    Fünf Stufen, 250 Millionen Jahre. Zieh den Regler oder klicke dich durch – die Ansicht zeigt denselben Ausschnitt zu verschiedenen Zeiten.

    Querschnitt durch die Dolomiten in fünf Entwicklungsstufen Mg Mg Mg abgetragenes Gestein

    vor 250 Millionen Jahren

    Ein flaches Tropenmeer

    Wo heute die Drei Zinnen stehen, lag ein warmes Flachmeer knapp nördlich des Äquators. Kalkalgen, Schwämme und Korallen bauten Riffe auf, die mit dem langsam absinkenden Meeresboden mitwuchsen – teils über tausend Meter hoch.

    Benannt ist das Gestein nach dem französischen Mineralogen Déodat de Dolomieu, der 1791 beschrieb, dass diese Kalke mit Säure kaum aufbrausen. Wie aus dem weichen Moränenschutt der Talhänge die Erdpyramiden werden, zeigt erdpyramiden.it; geologische Wanderungen zu Riffkanten und Vulkaniten sammelt bergportal.com.

    Häufige Fragen

    Wann ist die beste Reisezeit für die Dolomiten?

    Mitte Juni bis Anfang Oktober für Wanderungen, wobei die Hütten meist von Ende Juni bis Mitte September geöffnet sind. September bringt stabiles Wetter und deutlich weniger Andrang als August.

    Braucht man ein Auto in den Dolomiten?

    Nein. Mit Bahn, Regionalbussen und dem Guest Pass erreichst du praktisch alle Hotspots. An Zielen wie dem Pragser Wildsee oder den Drei Zinnen ist der Bus in der Hochsaison sogar die schnellere Variante.

    Was kostet die Auffahrt zu den Drei Zinnen?

    Die Mautstraße von Toblach zur Auronzohütte kostet für Autos rund 30 Euro pro Tag. Preise und Öffnungszeiten legt der Betreiber jede Saison neu fest.

    Wo sieht man Erdpyramiden in Südtirol?

    Die bekanntesten stehen am Ritten bei Lengmoos und Oberbozen, weitere im Pustertal bei Percha und im Sarntal. Sie bestehen aus eiszeitlichem Moränenlehm, den ein Deckstein vor dem Regen schützt.





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